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Neuer Vorsatz für 2020: Testament erstellen

 
 

Gute Vorsätze für das neue Jahr sind beliebt, allzu oft aber nicht mehr als ein Alibi. Dennoch sollten Sie anerkennen, dass es ein guter neuer Vorsatz für 2020 sein kann, ein Testament zu erstellen. Die Frage mag vielleicht erstaunen, es gibt aber gute Gründe, sich mit der Antwort zu beschäftigen. Wir unterstützen Sie dabei.

Wozu überhaupt ein Testament erstellen?

Eigentlich brauchen Sie überhaupt nichts zu tun. Sie können alles so belassen wie es ist. Sollten Sie von dieser schönen Welt abberufen werden, tritt die gesetzliche Erbfolge des Bürgerlichen Gesetzbuches ein. Dann erben Ihre nächsten Angehörigen Ihren Nachlass, soweit Sie denn tatsächlich etwas hinterlassen. Ist die gesetzliche Erbfolge aber nicht in Ihrem Sinne, sollten Sie unbedingt ein Testament erstellen. Nur mit einem Testament gewährleisten Sie, dass genau diejenige Person Ihr Erbe wird, der Sie Ihre Habseligkeiten wirklich zukommen lassen wollen. Ein Testament ist also mehr als ein bloßer Vorsatz. Sie regeln, was passiert, wenn Sie die Welt verlassen.

Welche Gründe gibt es, ein Testament zu erstellen?

Die Gründe liegen nicht unbedingt auf der Hand. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich bewusstmachen, welche Gründe es geben kann, ein Testament zu erstellen. Oft denkt man nicht unmittelbar daran, was einem wichtig erscheint. Es bedarf des Anstoßes, sich auf einen möglichen Ansatz zu konzentrieren. Sie sollten also ein Testament erstellen, wenn:

  • Sie das Gefühl haben, dass die Standardregeln der gesetzlichen Erbfolge Ihre persönlichen Vorstellungen und Wünsche nicht angemessen berücksichtigen,
  • Sie besonders nahestehende Menschen nach Ihrem Ableben gut versorgt wissen wollen,
  • Sie vielleicht alleinstehend sind, keine Angehörigen haben und vermeiden möchten, dass der liebe Staat Ihren Nachlass übernimmt (was er selbstverständlich gerne tut, wobei er allerdings keinerlei Verbindlichkeiten übernimmt).
  • Sie in einer Patchworkfamilie leben und Ihre Kinder aus erster Ehe und/oder Ihre Stiefkinder angemessen an Ihrem Nachlass beteiligen möchten,
  • Sie ein besonders wohltätiger Mensch sind und mit Ihrem Vermögen Gutes tun und gemeinnützige Projekte unterstützen möchten. Dies gilt umso mehr, wenn Sie selbst beispielsweise krankheitsbedingt betroffen sind und ein Interesse daran haben, dass eine gemeinnützige Organisation mit Ihrem Geld Forschung betreibt und Menschen unterstützt, die sich in einer ähnlichen Lage befinden.

Ein Testament erstellen hat doch Zeit, oder etwa nicht?

Wenn Sie demnächst nicht gerade 120 Jahre alt werden, kann es auch andere gute Gründe geben, ein Testament nicht auf die lange Bank zu schieben. Schließlich können Sie jederzeit vom Blitz getroffen werden. Oder Sie wachen morgen früh auf und sind tot. Spaß beiseite. Selbst wenn Sie noch im jüngeren Lebensalter sind, können Sie morgen auf der Autobahn tödlich verunglücken oder auf dem Zebrastreifen überfahren werden. Es ist also nicht so, dass allein ein fortgeschrittenes Lebensalter Grund dafür sein sollte, jetzt und unmittelbar ein Testament zu erstellen. Testamente sind echte Vorsorge. Gerade dann, wenn Sie familiär eingebunden sind, Kinder haben oder Ihren Ehe- oder Lebenspartner versorgt wissen möchten, sollten Sie sich die Zeit nehmen, ein Testament zu erstellen. Im Grunde zählt jeder Tag.

Ein Testament ist etwas Großartiges

Vielleicht haben Sie Ihr ganzes Leben lang sparsam und bescheiden gelebt, waren tüchtig und fleißig und haben sich etwas aufgebaut, das Ihnen wichtig ist. Dann sollten Sie auch daran interessiert sein, Ihren Besitz geordnet zu hinterlassen und geordnet an die nachfolgende Generation zu übergeben. Vielleicht haben Sie sich schon öfter Gedanken gemacht, was mit Ihrem Hab und Gut nach dem Ableben geschieht. Haben Sie bislang keine abschließende Entscheidung gefunden, kann es ein beruhigendes Gefühl sein, wenn Sie in einem Testament Ihre Erbfolge regeln und dann aller Wahrscheinlichkeit nach sehr gelassen schlafen können.

Ist es denn schwierig, ein Testament zu erstellen?

An sich ist es einfach, ein Testament zu erstellen. Wenige Formalien und Sätze genügen, um Ihren letzten Willen zu Papier zu bringen. Sie können ein Testament jederzeit ändern, ergänzen, widerrufen oder neu schreiben. Sie brauchen dazu keinen Notar aufzusuchen. Das Papier braucht nicht beglaubigt zu werden. Es genügt, dass Sie Testament handschriftlich mit eigenen Händen zu Papier bringen, mit Ort und Datum versehen sowie mit Ihrem Vornamen und Zunamen unterschreiben. Wichtig ist, dass Sie klar zum Ausdruck bringen, wie Sie Ihre Erbfolge geregelt wissen möchten. Sie finden dazu auf unserer Website eine Reihe wertvoller Tipps.

Vorsatz ist das eine, die Umsetzung das andere

Jeder gute Vorsatz für das neue Jahr bedarf der Umsetzung. Dafür benötigen Sie etwas Kraft und Energie, vielleicht aber auch den Mut, sich des leidigen Themas der Testamentserrichtung anzunehmen. Es liegt natürlich auf der Hand, dass es sich dabei um ein Thema handelt, mit dem man sich nicht unbedingt gerne beschäftigen möchte. Dennoch führt kein Weg daran vorbei, dass Sie sich Gedanken darüber machen, was nach Ihrem Ableben mit Ihrem Nachlass geschehen soll. Es einfach geschehen lassen, mag vielleicht sogar belastender sein, als wenn Sie sich die Mühe machen, Ihre Erbfolge in einem Testament ausdrücklich und in Ihrem Sinne zu regeln.

Alles in allem

Ins Auge gefasste gute Vorsätze für das neue Jahr bedürfen oft der Anregung von außen. Wir dürfen Sie also hiermit nachdrücklich ermutigen, Ihren neuen Vorsatz sobald als möglich anzugehen und genau das zu tun, was Sie eigentlich und insgeheim tun möchten.

Wir wünschen alles Gute im neuen Jahr 2020.